"h.e.l.P"      
Gutes Pferdetraining ist kein Hexenwerk  von und mit Beate Petrick

Hier wird KEIN kontinuierlicher BLOG entstehen....... ;-)

.....denn ich hasse nichts mehr als unnötigen Leistungsdruck! ;-)

Manchmal kommen mir Gedanken in den Sinn.

Manchmal zweimal die Woche, manchmal 2 Wochen gar nicht.

Manche sind wichtig, manche nicht, manche sind zum Teilen, manche nicht.

Wenn es was zu teilen gibt, dann werden Sie das hier lesen können.

Wenn gerade nicht, dann eben auch nicht.  ;-)


Gedanken zum 05.06.2020  oder “Du bist immer so schön strukturiert!“

Achtung! Heute wird es persönlich. Ich bin ja sonst nicht so der Typ, der sein Innerstes nach außen kehrt. Da hätte ich manchmal auch viel zu tun… 😉 Und ganz ehrlich: Ich denke, dass es auch nicht günstig ist, sich selbst einen derartigen öffentlichen Seelen-Stripties zu verpassen. Aber heute tue ich das ausnahmsweise mal, weil ich denke, es geht nicht nur mir so und der/die Eine oder Andere kann vielleicht für sich was mitnehmen. Oder: Der/die Eine oder Andere hat vielleicht noch einen Tipp……  Und : Es tut mal ganz gut, das aufzuschreiben.

Ich bin ja schon immer eher der Kopfmensch. Das hat Vorteile im Leben, vor Allem, wenn man als Buchhalter und Selbstständiger arbeitet. Struktur, Klarheit, Fokus, Ordnung sind meine Stärken. Und meine Schwächen. 😉 Warum? Weil Menschen wie ich schnell vergessen, ihren Bauch zu benutzen. Dabei hat mir die Natur eigentlich eine ganze Menge Bauch verpasst. Leider nur physisch…… 😉

Ich bin ja Baujahr 1964 und inzwischen in einem Alter, zu dem eine liebe Freundin mal „Spätpubertierend“ sagte. Genau! Die Hormone stehen Kopf und ich darf sie auf Grund einer Vorerkrankung einfach mal machen lassen. Nix mit Gegensteuern oder so. Bioresonanz hilft ein wenig. Aber eben wenig……Ich bin unkonzentriert, manchmal planlos, ab und an lustlos…..Das ist ANSTRENGEND!  Das bin doch nicht ich!  Das macht keinen Spass. Mir nicht und Allen um mich rum auch nicht.

Der GöGa ist super verständnisvoll. Auch weil ich ihm versucht habe zu erklären, wie es gerade in mir aussieht und dass das alles nichts mit ihm zu tun hat. Trotzdem hat er es nicht leicht. Und meine Pferde haben es auch nicht leicht.

Die Omi ist inzwischen 27 und eine ziemlich heftige Zahnsache verbunden mit enormen körperlichen Zusammenfall  führte vor 4 Wochen dazu, dass ich kurz davor war, sie gehen zu lassen. Zum Glück hat meine super Tierärztin noch mal was retten können.  Meine SB kümmern sich engagiert und rührend und haben alle Sonderregelungen möglich gemacht, die man so bekommen kann.  

Das „Kleine Schwarze“ also meine Maggie tut sich schwer in ihrer jetzigen Ausbildung und mit ihren kleinen Gebäudemalessen. Da heißt es Ansprüche zurück schrauben, andere Wege gehen, teilweise zurück auf „Los“. 

Die ganze Corona-Situation führte zu zweieinhalb Monaten Berufsverbot. Die Flucht in die Arbeit fiel also auch weg und man war ganz auf sich zurück geworfen.

All das ist gerade genau das Gegenteil von Entspannung. Zeit zum Nachdenken, mal wieder. Und am Ende die Erkenntnis: Weniger ist mehr. Wer hätte das gedacht. 😉  

Weniger Internet weniger Anspruch, weniger Perfektion.  Mehr Natur, mehr Ruhe, mehr Abgrenzung.

Warum muss man eigentlich erst deutlich über die Hälfte seines Lebens rum kriegen, um langsam zu solchen Einsichten zu kommen?  Ich hätte gerne schon mit 40 die Kurve gekriegt, in die ich erst  jetzt offenbar reinfahre.  Ich hoffe, ich kriege sie bald! In diesem Sinne, Allen denen es (egal in welchem Alter) gerade genauso geht viel Kraft und vor allem Muße. Ich glaube wir werden beides brauchen.


Gedanken vom 20.5.2020 zum Thema : "Analog ist unverzichtbar!"

Hurra! Ich darf wieder arbeiten. Nach über 2 Monaten Stillstand haben jetzt die ersten Ställe wieder externe Trainer zugelassen. So kann also  am 30.5. ein Trainingstag in Hoppegarten stattfinden und auch der regelmäßige mobile Unterricht startet teilweise wieder.  Noch nicht überall, aber doch hier und da. Das ist schön. Denn ich habe zwar anfangs überlegt, ob ich mich am überbordenden Allgemein- Online-Angebot beteilige, mich aber dagegen entschieden.

Persönlichen Online-Unterricht gebe ich  schon seit Jahren. Und das wird auch so bleiben. Doch der Zug „Online-Messe“, „Online-Kurse“ etc. fährt auch ganz gut ohne mich weiter. Ich persönlich bin zeitlich und aufnahmetechnisch 😉 von diesem Massenangebot als Nutzer schon ziemlich überfordert. Persönliche Onlinehilfe für mich und meine Pferde von einem Trainer meiner Wahl  sind wertvoll und das nutze ich auch regelmäßig. Der ganze Rest ist mir aber einfach als Konsument inzwischen zu viel.

Trotzdem war das alles sicher auch eine große Chance für einige Pferdebesitzer, selbst neu über den Tellerrand zu schauen und vielleicht die eigenen Ansichten zu überdenken oder zu erweitern. Dann hätte alles wenigstens einen schönen Sinn gehabt. Doch als Trainer weiß ich auch: Nichts kann guten Präsenzunterricht vollständig ersetzen. Deshalb ist es gut, wichtig und richtig, dass wir jetzt wieder loslegen können. Ich freu mich auf Euch!


Gedanken vom 25.03.2020 zum Thema "Vom Ich zum Wir !" oder  "Kraftverschwendung macht keinen Sinn"

Ich finde es wirklich anstrengend, wieviel Halbwissen und Vermutungen und Ansichten zu Verfahrensweisen zur Zeit im Netz kursieren.
Ich finde diese ganze Diskussion in den sozialen Medien ermüdend, teilweise egoistisch, nicht sehr empathisch und vor allem unnötig. Wir haben doch alle genug Kraft zu investieren um unser Leben derzeit zu managen. Vielen bricht gerade die Existenz weg.  Alle möchten gesund bleiben. Die meisten haben Anforderungen zu bewältigen, die sie so noch nie hatten.  
Dann konzentrieren wir doch einfach unsere Kraft darauf.

Aus diesen ewigen Mutmaßungen und Gerüchten entstehen Diskussionen, die eigentlich nicht notwendig sind, wenn alle  Stallbesitzer und Einsteller sich bei den relevanten Stellen informieren.  
Ich sehe das ganze  mehr aus Sicht des Stallbetreibers, weil ich als Buchhalterin eines größeren Hofes gerade arg dazu gefordert bin. Ich habe einen größeren Teil des Organisatorischen zu erledigen, damit sich meine Chefin um die Praxis kümmern kann.
Ich bin froh, dass unser Ministerium für Landwirtschaft in Brandenburg nun endlich eine klare Anweisung rausgegeben hat.
https://mluk.brandenburg.de/mluk/de/start/aktuelles/coronasituation/hinweise-zur-versorgung-von-pferden/

 Ich denke, sowas wird es auch in anderen Kreisen und Ländern geben. Also machen wir uns doch da schlau und nicht über die Gerüchte bei FB und Co.
Am Montag haben wir uns z.B. einen ganzen Vormittag von Stelle zu Stelle telefoniert, um Infos einzuholen. Die Entscheidungen, was zu tun und zu lassen ist, haben wir uns nicht leicht gemacht.  Das macht als Stallbesi und Mitarbeiter auch keinen Spass, das könnt ihr mir glauben! :-(

 Ich glaube, da macht sich kaum ein  Einsteller wirklich  ein Bild von. Wir sind genauso angespannt wie alle, zumal wir alle auch noch Pferdebesitzer sind.
Wir sind verantwortlich für die Durchsetzung der Vorschriften und haftbar für alles. Wir müssen alles dokumentieren, wer, wann, wo, wie lange etc..
Das alles wird hier in Brandenburg bereits kontrolliert, obwohl es gerade erst zwei Tage verschärft so ist, wie es ist.

Ich glaube nicht, dass es in Fällen, wo ein Pferd aus Alters-oder sonstigen Gründen vermehrt Pflege braucht, keinen Weg dazu geben wird. Der Rest MUSS sich einschränken und an alles halten. Denn nur dann haben wir alle eine Chance, zwar limitiert und einzeln, aber doch recht sicher, auch weiter zu unseren Pferden zu dürfen. Ich verstehe ehrlich gesagt jeden Stallbesitzer, der  keine Lust auf solchen Mist hat und den Hof zumacht, wenn er genug Leute hat, die die Arbeit schaffen. Oder eben auch, weil er eben nicht genug Leute hat, um die ganze Diskussion zu führen und noch die Anforderungen der Behörden zu erfüllen.

Die Stallbetreiber führen hier keinen Krieg gegen Einsteller!  Und es gibt auch nicht "die  eine oder die andere Seite"......Es sollte für alle nur Eines wichtig sein:

Wie WIR diese Herausforderung GEMEINSAM meistern. Bleibt weiter schön gesund!


Gedanken vom 16.03.2020  zum Thema „Verantwortung“ oder "Auch im Freien gibt es Regeln"

Was man eigentlich alles hat und kann erkennt man immer dann, wenn es nicht mehr da ist.  Genauso geht uns das jetzt im Zeichen von Covid19. Seit heute  sind auch alle Sportbetriebe  einzustellen. Der Sport mit Tieren darf sich nur auf das für das Tierwohl Notwendigste beschränken. Das ist etwas schwammig, aber bei genügend Bewusstsein für das Wohl  der Menschen um sich herum und auch für die Gesundheit der eigenen und der Pferde anderer eigentlich ziemlich klar:  Jeder, der nicht unmittelbar zum Pferd gehört, bleibt bitte vor dem Tor. Der Familien- oder Freundesausflug zum Pony fällt aus! In Gemeinschaftsräumen und Toiletten achtet jeder auf seinen Schutz. Wie das geht, ist jetzt seit Wochen genug thematisiert worden. So ist jeder Mensch  so gut es geht geschützt. Was hat das nun  direkt mit unseren Pferden zu tun? Erstens:  Covid 19 ist eine Zoonose. Es kam von einem Tier...... mehr weiß man zu dem Thema noch nicht. Doch viel wichtiger ist doch: Schützt eure Stallbetreiber und deren Familien. Denn sie sind es, die dafür verantwortlich sind, unsere Pferde zu versorgen. Auch dann, wenn sie dabei auf sich allein gestellt sein sollten! Bereits jetzt gibt es Probleme in einigen Ställen, weil man 45 Pferde in Boxen, aber wegen Quarantäne kein Personal mehr hat. In vielen Branchen bangen momentan viele Unternehmer um ihren Umsatz und damit ihre Existenz. In unserer Branche hängen an der ganzen Sache neben den menschlichen Schicksalen  aber außerdem auch noch unsere Pferde dran. Macht euch das bewusst und überlegt euch gut, was in diesen Tagen nötig ist und was nicht.                              In diesem Sinne: Bleibt alle schön gesund!  

 


Gedanken vom 09.02.2020  zum Thema „Henne oder Ei“ oder auch „Ist überbaut immer überbaut?“

 Manchmal sind ja so Facebook- und andere Postings ganz nützlich, um mal wieder eigene Gedanken zu formulieren. In einer Gruppe gabs vor Kurzem die Diskussion, ob vielleicht eine bestimmte Haltung, die einem Pferd antrainiert wird (in diesem Fall das „Kopf tief“) in der Lage ist, Muskulatur zu trainieren. Hier vor allem Muskulatur, die das „leicht überbaute“, mit einem kleinen Hängebauch ausgestattete Pferd in einen besseren Oberlinienzustand bringen sollte. Nun ist das ein Feld, auf dem man ganz viel aneinander vorbeischreiben kann. Das passierte auch hier. Aber eins bleibt doch eigentlich immer wahr: Pferde sollen von hinten nach vorn trainiert werden.

Dass ein „Kopf tief“ ein Pferd in einen entspannteren Modus bringen kann und damit auch dazu beiträgt, dass Bewegung überhaupt erst gymnastisch wertvoll ausgeführt wird, bestreitet wohl niemand ernsthaft. Aber das reine Erarbeiten von guter Gesamthaltung über eine ankonditionierte Einzelhaltung selbst ist für mich nicht der richtige Weg. Und ich bin auch ziemlich sicher, dass das gar nicht geht!

Es gibt einen ne.udeutsch so schön formulierten Merksatz: „Form follows function“, "Die Funktion bedingt die Form" oder von mir ganz frei übersetzt: „Bewegung macht Haltung". Gerade bei Pferden die wirklich oder auch nur gefühlt überbaut sind, hilft nur der Weg über die Dynamik der Hinterbeine, die man über den Rücken und einen unmanipulierten Hals bis hin ins Genick und zum Maul erarbeiten muss.  Ist diese Dynamik da, hat man über das automatisch dadurch erfolgte Bauchmuskeltraining auch den Rücken als Bewegungszentrale frei und kann dann ganz vorsichtig versuchen, diese Dynamik in einen schönen Spannungsbogen umzulenken. Alles andere führt zu weiterem Absacken des Brustkorbes in den Rumpfträger hinein. Die, die wirklich überbaut sind, verbessern sich dadurch sehr, die die nie überbaut, sondern nur im Rumpfträger abgesackt waren, verlieren den Eindruck einer Kinderrutsche völlig. Versucht es einfach mal. Das geht schon im Schritt! Der nebenstehende Film entstand an einem Tag, an dem meine Stute sich bei Ekelwetter den ganzen Tag an der Heuraufe  so richtig in ihren Rumpfträger hinein gehangen hatte. Bei 1,80m Stockmaß und fast 800kg nicht so günstig .;-) Man kann ganz gut erkennen, wie lediglich die Schrittlängenveränderungen in Kombination mit den Volten über den ständigen Wechsel zwischen tragen und schieben die Hinterbeindynamik verbessern und die Vorhand aus dem Abwärtstrend holen. Ohne Hilfszügel, ohne pieken und ziehen. ;-)  Wenn euer Pferd vor dem Training beim Putzen noch „überbaut“ war und danach nicht mehr, habt ihr alles richtig gemacht. 😉


Gedanken vom 01.02.2020 zum Thema „Von Anspruch und Umsetzung….. oder: Dein Pferd muss doch schon…….“

Immer wieder erleben wir Pferdebesitzer solche Situationen. Vor allem die unter uns, die sich vielleicht ein Pferd einer bestimmten Linie oder Rasse angeschafft haben. „Was kann denn der/die schon so?“ „Der/ die ist doch schon 7 (oder 8 oder 9)!“ 

Jooooaaaa, was kann er/sie schon? Und was bedeutet das für den Besitzer? Genau darauf kommt es nämlich an. Niemand muss uns sagen, was unser Pferd können soll oder muss. In erster Linie muss es Spaß haben am geritten/ gearbeitet  werden  und muss so trainiert werden, dass es eine Chance hat, gesund zu bleiben. Langsamer Muskelaufbau und gesunde Kraftentwicklung bei minimaler Hilfengebung sind das hehre Ziel. Das betrifft die Pferdebesitzer mit „Sportanspruch“ genauso wie die mit „Freizeitmotivation“.

Jedes Pferd gibt sein persönliches Optimum vor. Der Kalti wird nie Grand Prix gehen wie ein Warmblut. Wer das versucht, wird dem Pferd schaden. Der Araber wird keinen Bierwagen ziehen und der Dressurcrack sich schwer tun mit 1,50m-Oxern. Was allen gleich ist, ist die Notwendigkeit einer vernünftigen Grundausbildung. Und das kann der eine Pferdebesitzer eben schon mit 6 abgeschlossen haben und  der nächste erst mit 10. Der eine tuts jeden Tag auf dem Reitplatz, der andere geht ins Gelände oder baut ganz verschiedene andere Abwechslungen ein, zum Beispiel auch mal eine Garrocha für die Biegung. Es kommt auch da auf das Pferd und seine körperlichen Möglichkeiten an, aber auch auf Zeit und Können des Besitzers. Für viele  ist es schwer, neben der (oft nicht pferde-affinen) Familie, dem Vollzeitjob, den man meist hat, wenn man sich ein Pferd leisten kann und diversen anderen Verpflichtungen genug Zeit und Muße abzuzweigen, um sich auch noch entspannt einer regelmäßigen guten Ausbildung zu widmen. Da dauert es  dann eben beim Einen länger und beim Anderen weniger lang. Wichtig ist nur: Sind Sie und Ihr Pferd auf einem guten Weg? Wie lang der ist, ist eigentlich ganz egal, denn er ist ja bekanntlich auch das Ziel. In diesem Sinne: Viel Spaß und Gelassenheit im Umgang mit Anspruch und Umsetzung! 😊



Gedanken vom 25.1.2020 zum Thema „Schritt ist nur zum Gelenke aufwärmen da.......“

Der Schritt- für viele nur Mittel zum Zweck……

Ich gebe zu, auch für mich war das lange so. Was ist schon Schritt. Der ist zum Rumbummeln und zum Aufwärmen gut. Gearbeitet wird in Trab und Galopp. Lange Jahre war das auch meine Meinung. Bis ich in einer Trainerweiterbildung Ralf Döringshoff traf. Er ist Pferdewirtschaftsmeister, Pferdeosteopath und Trainer B Leistungssport und in dieser Kombi fachlich wirklich einer der Besten. Bei ihm lernte ich bewusst, was SchrittARBEIT bedeutet. Nämlich Arbeit! Und zwar für Reiter und Pferd. Bewusst und mit biomechanischem und gymnastischem Hintergrundwissen geritten, hat der Schritt gleich mehrere Effekte. Getragen und gesetzt im Geradeaus oder kombiniert mit Volten oder Schulterwendungen (¼ Hinterhandwendung mit geradem Hals oder in leichter Außenstellung) kann man gut zwischen Tragen und Schieben variieren, macht die Schultern freier und entlastet so die Vorhand.

Groß und gelassen durch den ganzen Körper schreitend, die Nickbewegung vom Reiter mit der Hand deutlich zulassend, lösen sich sehr gut alle Verspannungen, die sich so im Pferd befinden können. Gut zu erkennen an zunehmender Nickbewegung nach nur ein paar Minuten. Später im Zusammenspiel mit SW oder Seitengängen kann man ganz gezielt einzelne Hinterbeine ansteuern und kräftigen. Das geht übrigens auch ganz hervorragend an der Longe oder bei der Arbeit an der Hand. Ältere oder rekonvaleszente Pferde profitieren enorm von dieser Art Arbeit. Meine eigene „Omi“ Don -Röschen (wird im März 27 Jahre alt) arbeitet seit 2 Jahren fast nur noch im Schritt ohne Reiter und sieht muskulär ihrem Alter entsprechend wirklich gut aus. Und das Wichtigste: Die Pferde haben Spass dabei und merken kaum, dass sie tatsächlich richtig Arbeiten. Wer es probiert wird feststellen, dass nach 20 Minuten deutlich tiefer geatmet wird und die Anstrengung spürbar ist. Also: Einfach einmal ausprobieren. Wenn man es korrekt machen will, ist das für beide Seiten auch eine schöne Herausforderung. 😉

Gedanken vom 4.1.2020 zum Thema „Longieren.... Warum der Kreis nicht der Anfang sein kann und darf!“

Mein Spezialgebiet ist ja das Longieren, wie einige wissen. 😉 Immer wieder kommt die Frage auf, warum Pferde sich beim Longieren entziehen. Wahlweise stehen bleiben, wegstürmen, rasen, dem Longenführer auf den Schoß wollen etc. pp.  Zu oft sehe ich Longenführer, die aufrüsten, zu Hilfszügeln greifen oder permanent mit der Peitsche die „Fehler“ ihres Pferdes korrigieren, die sie allerdings als Longenführer selbst durch missverständliche bis falsche Körperpositionen ausgelöst haben! Ganz oft gehörte Bemerkung: "Der/die hat einfach keinen Bock auf Longieren!"

FALSCH!

Der Kreis in Stellung und Biegung, locker in allen drei Gangarten, vielleicht noch mit Wechseln aus leichter Versammlung und Zulegen, ist das Idealziel der Ausbildung an der einfachen Longe. Er kann aber nicht der Anfang sein. 

Der Kreis wird massiv unterschätzt. Ob an der Longe oder unter dem Sattel. Pferde müssen zuerst einmal  lernen, auf einem Kreis die Balance wieder zu finden. Eine Balance, die unsere Vorstellung von Balance ist. Nicht die unserer Pferde. Runde um Runde werden Pferde auf einem Zirkel gearbeitet, das Pferd kippt auf die innere Schulter, das innere VB kann schon gar nicht mehr und stampft sich in den Fesselträger hinein :-(.

Die Kruppe weicht nach außen aus, das Genick verkantet und ich höre vom RL auch noch: „Inneres Bein !! Inneres Bein!!“ statt einfach mal sehr viel schneller die Hand zu wechseln. Bei jungen Pferden ist da manchmal noch nicht mal ein ganzer Zirkel drin. Der Kreis ist für Pferde ebene gerade Schwerstarbeit. Vor allem auf der steifen Seite, weil jedes Dehnen und Verschieben der dem Pferd angenehmen Balancesituation zu Adrenalinschüben führt. Pferde sind auf dem Kreis der Flieh- und Scherkraft ausgesetzt, haben Balanceprobleme und bekommen Stress. Und diese Probleme erzeugen im Fluchttier Pferd Angst, weil es sich auf seinen Füssen nicht sicher fühlt. Von den körperlich schädlichen Kompensationen fang ich gar nicht erst an. Genau das führt zu Reaktionen wie umdrehen, wegstürmen, ausfallen, mauern...... etc. pp. Lernen tun sie in diesen Situationen gar nichts. Hilfszügel verstärken die Reaktionen durch die Fixierung des Halses noch und verspannen das Pferd zusätzlich. Ich beginne das Longieren entweder ganz langsam auf dicht mit Führübungen, die nur kurz eine Kreislinie abbilden, dann wieder geradeaus gehen. Dabei bitte ich das Pferd IM RICHTIGEN BIOMECHANISCHEN MOMENT immer mal wieder um leichte Stellung. Merke ich ausweichen oder Unwillen, geh ich sofort geradeaus und versuche es erneut. Pferde, die die Nähe schlecht ertragen, machen das auf etwa 2 m Entfernung ganze Bahn im Wechsel mit großen Voltenansätzen. Diese Art Arbeit setzt natürlich voraus, dass man sein Pferd auf Abstand geradeaus longieren und über den eigenen Körper auf jeden Weg dirigieren kann, was schwieriger ist, als manche glauben. ;-) Probiert es einfach mal aus.


 Gedanken vom 12.11.2019 zum Thema  „Die Komfortzone 2.0“ oder auch „ Das macht er zu Hause sonst immer viel besser……. „

 Ort: Ein Kurs in Deutschland, Thema: Longieren, 7 Teilnehmer mit 8 ganz unterschiedlichen Pferden. Quarter, Warmblut, Haflinger, Tinker……… fast alle sind in der ersten Einheit etwas aufgeregt. Neue Halle, weg von zu Hause, Besitzer unter Spannung wegen Kurssituation etc. pp. Wir üben uns langsam an alles heran und das Wochenende nimmt seinen Lauf. Manche Pferde gehen in kleinen, manche in größeren Schritten voran, bei allem erkennt man schnell, wo sie ihre Probleme haben. 

Immer mal wieder höre ich vom Besitzer: „Ich verstehe das gar nicht! Das geht zu Hause viel besser, da hat er zu Hause gar kein Problem mit.“  

Warum ist das wohl so?  Was sehe ich, wenn ich Pferd und Besitzer mal allein machen lasse und nur mal beobachte?  

Ich bitte um korrektes Arbeiten: „Bitte ein wenig mehr Kontakt halten, bitte ein wenig größeren Schritt erbitten, bitte ein wenig mehr Stellung, bitte mal einen halben Kreis versuchen“……… und schon geht das Theater los. Das erste Pferd dreht um, geht seinen eigenen Weg, beobachtet schlangenartig jeden kleinen Stellungsfehler des Menschen um umzudrehen und aus der Nummer rauszukommen. Besitzer 1 korrigiert das mit ganz viel Geduld und Verständnis akribisch und in Ruhe stoisch und geduldig, jeweils 2 Minuten später das gleiche Bild.  Das wiederholt sich ein paarmal. Meinen, der Notwendigkeit geschuldet schnell hintereinander folgenden Anweisungen kann Besitzer 1 kaum noch folgen, also muss ich ihr das Pferd einmal aus der Hand nehmen und sie mit den Augen klauen lassen. Die Stimme wird laut, die Peitsche knallt einmal vor der Schulter des Pferdes auf den Boden, das Pferd macht große Augen, startet noch einen Versuch mit gleicher Konsequenz. Es läuft auf der ungeliebten Hand in Stellung und Biegung nach seinen Möglichkeiten los, wird sofort gelobt und gefeiert. Ich bin wieder die freundlichste Person in der Halle und 2 Minuten später schafft das auch die Besitzerin.  

Pferd Nummer zwei (Tinker 😉 ) hat das gleiche Problem mit der gleichen Übung. Der Besitzer ist von Natur aus taff und konsequent, „weist dem Pferd an“ , dass das umdrehen gefälligst zu unterbleiben hat. Das Pferd steht, funkelt den Besitzer an, marschiert rückwärts……  die Peitsche knallt auf den Boden, keine Reaktion, die Peitsche deutet an zu touchieren……. Keine Reaktion….., die Peitsche touchiert  die Kruppe……… das Pferd setzt zum Rückwärts auf den Besitzer zu an…….. das ist der Moment, indem ich auch hier selbst eingreife.

Druck raus, Peitsche weg, dicht ans Pferd, ausatmen. Ich lasse auch diesen Besitzer mit den Augen klauen. In mir ist keine Zank- und Streitenergie……. Ich bin ganz neutral, ich weiß, woher das Verhalten kommt, ich hab Verständnis…….ich lass ihn kurz halten und warte. Gehe dann, ganz dicht an ihm dran, mit der Hand auf seiner Nase vorsichtig mit ihm los. Ich bitte im richtigen Moment um leichte Stellung, bekomme zwei Schritte, Pferd steht, der Hals ist hart wie ein Brett…… ich warte, rede leise mit ihm, er lässt los, ich gehe zwei Schritte, ich gehe  noch zwei Schritte, er steht…….. ich warte…… ich gehe 6 Schritte …… nach 2 Minuten trabt der Tinker neben mir in Stellung für drei-vier Tritte an. Ich übergebe an den Besitzer, der das mit dem Trab nicht ganz hinbekommt, aber sofort nach dem ersten Stehenbleiben sagt: „Oh, der macht sich ja total fest!“ ….. Ja genau…… und am Freitag in der Theorie haben wir über den Sympathikusnerv gesprochen 😉. Nach zwei Minuten trabt das Pferd für zwei Tritte auch mit dem Besitzer.

Die Moral von der Geschichte sind eigentlich  zwei: 

1.: Was Pferd 1 braucht ist für Pferd 2 völlig kontraproduktiv. Es gibt keinen Weg ohne Serpentinen, ohne “um die Ecke denken“ und ohne  „points of return“……Pferde  haben eben IMMER einen Grund für Widersetzlichkeit!  

2.. Warum machen sie das hier und zu Hause nicht? Weil man es sich zu Hause meist gemütlich einrichtet hat.😉 Man trainiert eingeschliffene gemeinsame Bewegungsmuster, und hat sich gegenseitig in einer gewissen Bequemlichkeit und Zufriedenheit eingerichtet. Gymnastisch nicht schädlich, aber auch nicht wirklich förderlich. Das Pferd versucht die Aufgabe  so energiesparend wie möglich und ohne große Veränderung der eigenen Bewegungsmuster zu lösen, der Besitzer geht mit, ist weich und stört nicht. Ich betone ausdrücklich: Das ist TOLL! Als Übungsphasen des Lernens und Verfestigens absolut notwendig. Aber auf Dauer wird es beide nicht weiterbringen.  Dann kommt man zum Kurs und plötzlich ist Schluss mit der Bequemlichkeit. 😉 Probleme werden deutlich und man schält sie nach und nach ab, wie die Häute einer Zwiebel. Beide Pferde wurden aus schlechter Haltung bzw. gruseligem Schulpferdebetrieb heraus gekauft. Das Bewusstsein, dass da schlechte Erfahrungen en Masse drinstecken ist also absolut da. Es fehlt nur ein wenig Erfahrung. Beide sind schon ganz weit gekommen und das ist eine tolle Leistung, vor der ich meinen Hut ziehe. Und trotzdem ist es meine Aufgabe, ihnen nun klar zu machen, dass man sich darauf nicht ausruhen kann. Das ist eine Herausforderung für mich als Trainer und ich freu mich total über die Bemerkung: „Könnte sein, dass du recht hast, ich will das nicht ausschließen.“ Joaaaa….. könnte sein…. denke ich und ertappe mich bei dem Gedanken, dass es bei mir selbst ab und an ganz genauso aussieht. ;-)


Gedanken vom 03.11.2019 zum Thema „Was ist daran leicht?" oder "Vielleicht verpasste Möglichkeiten“.

Auf einer anderen Plattform ging es vor Kurzem um eine Diskussion, die immer mal wieder auftaucht und das auch kontrovers. Das Leichttraben.

Wer es nur zum Lösen und Aufwärmen versteht, verpasst nach meiner Meinung seine Möglichkeiten.Für mich persönlich ist das Leichttraben existentiell, denn mit zwei schweren Bandscheibenvorfällen bin ich gerade erst wieder dabei, mich langsam ans Aussitzen heran zu tasten. In den zwei Jahren, die ich jetzt ausschließlich leichttraben kann, haben ich gelernt, wie wertvoll das Leichttraben sein kann und wieviel man damit eigentlich bewegen kann. Die meisten Reiter verstehen darunter lediglich "Aufstehen-Hinsetzen" und gelernt haben wir nur, "dass wir damit den Rücken entlasten" Aber es ist so viel mehr. Ich kann alle Bahnfiguren, Biegungen, SG auch im Leichttraben reiten.

Jeder weiß, wie sehr das Pferd auf Gleichgewichtsänderung reagiert. Das mache ich mir auch beim Leittraben zunutze. Ich kann ganz wenig leichttraben, mehr aus- als einatmend in einem ganz ruhigen Rhythmus mich einfach nur etwas hochschwingen lassen. Das ist lösend und entspannend für beide. Ich kann aber auch über meinen eigenen Schwerpunkt den Schwung beeinflussen. Den nach vorn oder auch verhaltend und vor Allem auch die Biegung an den äußeren Zügel. Ich kann den Rücken hochholen indem ich ihn gedanklich beim Aufstehen "ansauge" und ich kann mein Pferd auch im Leichttraben leicht versammeln. Je nachdem, ob ich selbst (vom Lot aus gesehen) schwungtechnisch mehr nach vorn, in die Mitte oder nach unten aufstehe bzw. einsitze. Ich kann über das vermehrte Umsitzen einzelne Hinterbeine und die Rumpfträger be- oder entlasten und so bewusst kräftigen oder lösen.

Das ist dann durchaus Arbeit, die den meisten Pferden dazu verhilft, sich wirklich locker durch den ganzen Körper zu bewegen. Sicherlich ist einiges im Aussitzen effektiver, wenn man es schafft, den Rücken zu begleiten und nicht zu stören. Aber das Leichttraben auszuschließen oder als zum Arbeiten als nicht tauglich zu betrachten, wird ihm mM. nach nicht gerecht.


 

Gedanken vom 28.10.2019 zum Thema "Rattenfänger haben nur Flötentöne!"

Was fangen wir nun an mit dem Ergebnis der Wahl in Thüringen (Sachsen, Sachsen-Anhalt, Brandenburg)? Es ist erschreckend, ohne Frage. Gerade da, wo die extremste Ausprägung der AfD vorherrscht, ist das Ergebnis, wie es ist. 

Das kann nun auch niemand mehr mit den „Abgehängten“ erklären. Für mich ist das Angst in Verbindung mit Bequemlichkeit. Alles was im Moment an politischer Veränderung so abgeht kann Angst machen und es wird unbequem. Verliere ich das, was ich (vielleicht schon zum zweiten Mal) aufgebaut habe? Will man mir immer nur ans Geld? Muss ich raus aus meiner Komfortzone? Das will man natürlich nicht. Dazu kommt das ständige Kreisen der Altparteien um sich selbst und um Probleme, die an den Menschen völlig vorbeigehen.  Meine Heimatstadt ist das beste Beispiel. Was hier an Schwachsinn abgeht lässt Berliner Bürger aus dem Kopfschütteln nicht mehr rauskommen. Teilweise möchte man hier die Gesellschaftsordnung in die andere Richtung verändern.  Da hat „Die Linke“ in Thüringen noch mal Glück gehabt, dass Herr Ramelow ein eher pragmatischer Vertreter seiner Partei ist.

Die Wahlergebnisse erschrecken und sie gefallen mir nicht. Aber ich denke auch, wir dürfen jetzt nicht die gleichen Fehler machen, die wir bei AfD und Co kritisieren: Nämlich ausgrenzen und wegschicken. Wir müssen reden Deutschland! Das wurde schon seit den Pegida-Zeiten in Dresden versäumt. Ob ein trotziges Kind, ein unkooperatives Pferd oder ein „Protestwähler“.  Mit Strafe und Schuldzuweisung erntet man nur mehr Protest! Schlau machen, argumentieren, Sachthemen hinterfragen, versuchen einen anderen Weg zu zeigen.

Eine andere Chance haben wir nicht.  Ich werde niemanden „entfreunden“, der bereit ist, mit mir zu diskutieren. Ich werde auch nicht knapp über 20% der Wähler als „braune Brut“ bezeichnen. Denn ich kenne mehrere und weiß, dass es ganz bestimmt nicht so ist.  Ich werde die Hoffnung auf die Vernunft nicht aufgeben. Denn ansonsten würde ich resignieren und ich wäre auch nichts weiter ein Populist. Reden schwingen und schimpfen ohne sinnvolle Taten folgen zu lassen. Das ist nicht meine Art. Meine Tat ist, sich auseinanderzusetzen. Jammern, wütend um sich schlagen und Wehklagen bringen uns nicht weiter.

Plan B muss her: Die  Menschen wieder in die andere Richtung mitnehmen!


Gedanken vom 21.10.2019 zum Thema „Stutenbissigkeit“ oder „Die Sache mit dem Wald….“

Immer wieder fällt mir auf, wieviel Zeit und Energie Menschen aufwenden, um Meinungen die von der eigenen abweichen oder Einstellungen, die nicht die eigene widerspiegeln, in Grund und Boden zu zerreden bzw. zu zerschreiben. Manchmal habe ich das Gefühl, dass die Toleranz und die innere Ruhe der Menschen auch geringer werden, je mehr die Bekanntheit zunimmt.

Zu viele haben sich einem System verschrieben, in welchem Metier auch immer und verteidigen dies bis aufs Blut. Ob eine andere Meinung nun korrekt, schwammig oder einfach auch mal überdenkenswert ist…….. sie wird abgelehnt.

Die Debattenkultur in unserem Land ist so gut wie nicht mehr existent. Im wahren Leben nicht und im Netz schon gar nicht. Ganz besonders aufgefallen ist mir das neulich, beim Schauen einer Fernsehdebatte vor den Wahlen in Österreich. Man kann zu den dortigen Parteien stehen wie man will, aber dort lässt man sich ausreden und kontert leise und höflich. Was passiert hier? Jeder regt sich auf über den US-amerikanischen Präsidenten. Aber ganz viele benehmen sich „trumpiger“ denn je.

Was unsere Branche betrifft, wird es immer schlimmer. Das mehrere Wege nach Rom führen könnten, solange sie pferdegerecht bleiben, ist oft in Vergessenheit geraten.  Marketing ist wichtig. Ganz zweifelsfrei. Nur wollen wir es so handhaben, wie in der Showbranche?

Jeder negative Beitrag ist auch Werbung? Manchmal drängt sich einem wirklich das Gefühl auf, dass es vorrangig nur ums Verkaufen geht und inzwischen weniger darum, dass Pferde und Menschen ein durchdachtes und gesundheitsförderndes Training bekommen. Dass mit diesen ganzen Streitereien normale Pferdebesitzer zusätzlich verunsichert und die Lager weiter gespalten werden, ist eine weitere fatale Folge solcher Gebaren. Dass denkende Menschen sich aber auch Gedanken machen, wie Personen mit Kritik und Einwürfen anderer umgehen, vor Allem dann, wenn sie selbst auch ganz gut austeilen können, wird offenbar wegen verletzter Eitelkeit und „überschäumendem Temperament“ 😉 vergessen.  Schade! Denn gerade in unserer Branche würde man mit einer respektvollen Debattenkultur viel erreichen können. Wissen vermitteln und Pferdeleben und Training besser machen. Auch das ist Marketing wie einige eindrucksvoll beweisen. Für mich die deutlich bessere Variante!


Gedanken zum Mittwoch 02.10.2019:  Was Gemüse und Weiterbildung gemeinsam haben.. oder  "Regional ist nachhaltig"

Eine liebe Kollegin und Freundin von mir hat heute in den „sozialen“ Medien 😉 einen Begriff aufgebracht: Nachhaltigkeit der Wissensvermittlung...... ein tolles Thema.

Leider ist das in unserem immer schneller werdenden Alltag mit der damit verbundenen Oberflächlichkeit schwierig zu vermitteln.

Nachhaltigkeit hat nämlich immer was mit Einstellung zu tun. Mit lebenslangem Lernen, mit der Bereitschaft, sich selbst als unfertig und wissensbedürftig zu reflektieren. Die Bereitschaft schwindet nach meiner Erfahrung immer häufiger. Man möchte lieber entertaint werden. Veranstaltungen, die eher eine Comedyshow sind, als effektive Weiterbildung, werden gern und gut gebucht. Ein sachlicher Workshop zum komplexen Thema Pferdeausbildung, in welchem Bereich auch immer, hat es aber zur Zeit schwer, die Mindestteilnehmerzahl zu erreichen.

Die Info kriegt man ja vermeintlich auch im Netz.  Das Angebot ist groß, und das ist auch gut so. Aber ich gebe zu bedenken, dass „Tapen für den Hausgebrauch“, „Wie physiotherapiere ich mein Pferd selbst“, " Hufbearbeitung leicht gemacht" oder auch „ Laser für Anfänger“ ( alles fiktive Titel!) 😉 Dinge sind, für die die entsprechenden Therapeuten 2 und mehr Jahre Ausbildung und weitere Jahre der praktischen Erfahrung benötigen, um gut zu werden. Das lernt man nicht eben mal an einem Wochenende. Leider ist es oft so, dass die Pferde dann im günstigsten Fall nicht profitieren. Den weniger günstigen  Fall wollen wir uns gar nicht erst ausmalen.

„Schuster bleib bei deinen Leisten“ ist immer noch wahr. Grundlagenwissen ist wichtig! In jedem Level des Reitsports. Es gibt auch ab und an einen cleveren Tipp bei FB und Co. Das will ich gar nicht bestreiten. Zumindest solange Idealisten im Sinne unserer Pferde weiter Zeit und Mumm haben, gegen die allgemeine Oberflächlichkeit anzuschreiben. 😉  In den entsprechenden Gruppen findet man nicht nur zu einem Thema 15 Meinungen von 13 verschiedenen Leuten, sondern manchmal auch haarsträubende Tipps, die man besser nicht anwenden sollte. Unreflektiert und praxisfern nachgemacht, macht man alles vielleicht eher schlimmer.

 Dabei geben  gerade Angebote  in  regionalen Veranstaltungen zu interessanten Themen  die Chance,  sich in kleinerem Rahnen zu trauen Nachfragen zu stellen, tiefere Erklärung zu bekommen, nah dran zu sein und das Ganze dann vielleicht auch noch im Nachgang wegen der geringeren Entfernung gemeinsam  ins Praktische zu überführen. So sieht Nachhaltigkeit aus. Sich schlau machen, eine Meinung bilden, nachfragen, nacharbeiten, unter Anleitung dranbleiben. Das alles geht „ums Eck“ besonders gut. Schaut einfach mal in eurer Region. Ihr werdet staunen, wo überall sich kompetente Leute verstecken, die "erreichbar" sind. Nicht nur territorial! 😉


Gedanken zum Montag 23.9.2019:  Das Ding mit der Komfortzone

Er ist schmal, der Grat zwischen noch nicht können, gar nicht können und  nicht wollen. Und der Unterschied ist manchmal so schwer zu erkennen.

Trotzdem müssen wir als Trainer unserer Pferde jeden Tag diese Entscheidung treffen. Sei es der Kasper, der es mit dem Anstand nicht so hat, der Jungspund, der sich mit dem Galopp schwer tut oder die Omi, die etwas steif und arthrotisch geworden ist. 

Zuerst sind wir es, die aus unserer Komfortzone müssen, denn es ist allemal bequemer, das Schwierige zu vermeiden. ;-) Klare Regeln und eine liebevolle Konsequenz sind aber für den Kasper wichtig. Und für den Menschen die Lebensversicherung. Den ungeliebten Galopp über clevere , aber natürlich auch anstrengende Übungen  weiter zu verbessern kostet Kraft und Engagement auf beiden Seiten. Und die arthrotische Omi wird vom Rumstehen nicht beweglicher, auch wenn einen am Anfang der Stunde  fast das schlechte Gewissen plagt, beim Anblick des Gangbildes.  Will man sein Pferd  pferdegerecht trainieren, muss man Komfortzonen erweitern. Das heißt nicht, dass man über Lahmheiten hinweg reitet oder longiert.  So etwas bedarf natürlich einer Abklärung. Aber die beste Prävention und Reha sind  immer noch gutes, durchdacht aufgebautes Training. Unsere Pferde haben uns nicht weniger lieb, wenn wir sie liebevoll und pferdegerecht fordern. Im Gegenteil. Das Stichwort dazu lautet:  Myokine

Die Ausschüttung von Myokinen erfolgt in der Muskulatur und den Faszien. Myokine sorgen für die Gesunderhaltung und Selbstheilung des Körpers und stärken das Immunsystem . Muskeln und Faszien interagieren so direkt mit dem Immunsystem. Die Myokinausschüttung erfolgt optimal in kurzen aber intensiven Anstrengungsphasen mit darauf folgenden aktiven Pausen. Regelmäßiges Training an oder auch mal über die Komfortzone ist also aktives Gesundheitsmanagement. In diesem Sinne. Auf in eine aktive Herbst- und Wintersaison. Eure Beate


Gedanken zum Mittwoch 14.8.2019:  Von unterschiedlichen Prioritäten oder „Alles hängt zusammen.“

„Pferde-Gerecht-Trainieren“…… dieser Passus im Namen meiner Website hat ja eine zweiseitige Bedeutung : „pferdegerecht trainieren….“ und „Pferde gerecht trainieren.…..“ .

„Wo ist der Unterschied?“ fragen sich vielleicht einige Jüngere, die das Pech hatten, nach der neuen Rechtschreibung Deutschunterricht zu haben. 😉 Aber Spaß beiseite: Wie dicht beides zusammenhängt habe ich letzte Woche wieder einmal erlebt.

Vor Allem, dass es eben genau nicht nur darauf ankommt: Auf das Trainieren.

Es gibt Reitanlagen, da passt für das Training vieles bis alles: Eine schöne Halle, ein toller Außenplatz, vielleicht noch ein Vielseitigkeitsterrain oder extreme Trail für die Abwechslung. Doch was, machen die Pferde die restlichen Stunden des Tages?  

Ist eine nicht sehr große Paddockbox in der heutigen Zeit noch pferdegerecht? Wie steht es um freien Auslauf, auch wenn man vielleicht in einer Weiterbildung zweimal am Tag trainiert? Müssen sich völlig fremde Pferde es einfach mal auf wenig Platz nebeneinander aushalten? Müssen unsere Pferde da einfach durch?

Ich sage: Nein, müssen sie nicht. Denn es gehört auch das zum Pferde-gerecht  Sein:  Die eigenen Ansprüche hinter die des Pferdes zurück zu stellen und wenn es nicht passt, den Anker zu werfen. Auch wenn es beschwerlich ist, man sich sicherlich  nicht beliebt macht und es Geld kostet.

Denn wenn das Pferd mental dicht macht, sind nicht nur Verletzungen vorprogrammiert, sondern man verliert neben noch mehr Geld, weil das Training nichts bringt, noch viel mehr: Die Freude seines Pferdes und die eigene Freude. Und dann wird jedes Training ungerecht!

In diesem Sinne: Überprüft, was ihr als normal empfindet. Denn eure Pferde haben Ansprüche, auch wenn manche das manchmal gar nicht mehr so eindrücklich zeigen, weil sie es kaum anders kennen.

Wichtig sind weniger die Halle und der Platzboden. Wichtig sind genug Heu, genug Platz, freie Bewegung und im Heimatstall eine funktionieren Herde mit Freunden. So würden sich schon ganz viele umgangstechnische und auch gesundheitliche Probleme fast wie von Zauberhand lösen.

Schaut euren Pferden in die Augen und fragt euch, ob es Freude ist, was ihr da seht. 

Wenn ihr nur die leisesten Zweifel habt, ändert was! Für euch ist  die Zeit mit eurem Pferd eine begrenzte  Zeitspanne in eurem Leben.

Für euer Pferd ist es sein GANZES Leben!  Eure Beate


 

06.08.2019, 23.03 Uhr: 

Heute hab ich Gedanken. Und zwar fröhliche, denn ich sitze gemütlich in Wedel bei Hamburg und habe soeben meine neue Homepage ganz alleine fertig gebaut. Hätte nicht gedacht dass ich das tatsächlich kann. Sicher wird es im Laufe der Zeit noch das eine oder andere facelifting geben. Aber erst einmal ist alles  so, wie ich es mir vorgestellt habe. Erfahrungslernen: Check!


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