"h.e.l.P"      
Gutes Pferdetraining ist kein Hexenwerk  von und mit Beate Petrick

Hier wird KEIN kontinuierlicher BLOG entstehen....... ;-)

.....denn ich hasse nichts mehr als unnötigen Leistungsdruck! ;-)

Manchmal kommen mir Gedanken in den Sinn.

Manchmal zweimal die Woche, manchmal 2 Wochen gar nicht.

Manche sind wichtig, manche nicht, manche sind zum Teilen, manche nicht.

Wenn es was zu teilen gibt, dann werden Sie das hier lesen können.

Wenn gerade nicht, dann eben auch nicht.  ;-)

 Gedanken vom 12.11.2019 zum Thema  „Die Komfortzone 2.0“ oder auch „ Das macht er zu Hause sonst immer viel besser……. „

 Ort: Ein Kurs in Deutschland, Thema: Longieren, 7 Teilnehmer mit 8 ganz unterschiedlichen Pferden. Quarter, Warmblut, Haflinger, Tinker……… fast alle sind in der ersten Einheit etwas aufgeregt. Neue Halle, weg von zu Hause, Besitzer unter Spannung wegen Kurssituation etc. pp. Wir üben uns langsam an alles heran und das Wochenende nimmt seinen Lauf. Manche Pferde gehen in kleinen, manche in größeren Schritten voran, bei allem erkennt man schnell, wo sie ihre Probleme haben. 

Immer mal wieder höre ich vom Besitzer: „Ich verstehe das gar nicht! Das geht zu Hause viel besser, da hat er zu Hause gar kein Problem mit.“  

Warum ist das wohl so?  Was sehe ich, wenn ich Pferd und Besitzer mal allein machen lasse und nur mal beobachte?  

Ich bitte um korrektes Arbeiten: „Bitte ein wenig mehr Kontakt halten, bitte ein wenig größeren Schritt erbitten, bitte ein wenig mehr Stellung, bitte mal einen halben Kreis versuchen“……… und schon geht das Theater los. Das erste Pferd dreht um, geht seinen eigenen Weg, beobachtet schlangenartig jeden kleinen Stellungsfehler des Menschen um umzudrehen und aus der Nummer rauszukommen. Besitzer 1 korrigiert das mit ganz viel Geduld und Verständnis akribisch und in Ruhe stoisch und geduldig, jeweils 2 Minuten später das gleiche Bild.  Das wiederholt sich ein paarmal. Meinen, der Notwendigkeit geschuldet schnell hintereinander folgenden Anweisungen kann Besitzer 1 kaum noch folgen, also muss ich ihr das Pferd einmal aus der Hand nehmen und sie mit den Augen klauen lassen. Die Stimme wird laut, die Peitsche knallt einmal vor der Schulter des Pferdes auf den Boden, das Pferd macht große Augen, startet noch einen Versuch mit gleicher Konsequenz. Es läuft auf der ungeliebten Hand in Stellung und Biegung nach seinen Möglichkeiten los, wird sofort gelobt und gefeiert. Ich bin wieder die freundlichste Person in der Halle und 2 Minuten später schafft das auch die Besitzerin.  

Pferd Nummer zwei (Tinker 😉 ) hat das gleiche Problem mit der gleichen Übung. Der Besitzer ist von Natur aus taff und konsequent, „weist dem Pferd an“ , dass das umdrehen gefälligst zu unterbleiben hat. Das Pferd steht, funkelt den Besitzer an, marschiert rückwärts……  die Peitsche knallt auf den Boden, keine Reaktion, die Peitsche deutet an zu touchieren……. Keine Reaktion….., die Peitsche touchiert  die Kruppe……… das Pferd setzt zum Rückwärts auf den Besitzer zu an…….. das ist der Moment, indem ich auch hier selbst eingreife.

Druck raus, Peitsche weg, dicht ans Pferd, ausatmen. Ich lasse auch diesen Besitzer mit den Augen klauen. In mir ist keine Zank- und Streitenergie……. Ich bin ganz neutral, ich weiß, woher das Verhalten kommt, ich hab Verständnis…….ich lass ihn kurz halten und warte. Gehe dann, ganz dicht an ihm dran, mit der Hand auf seiner Nase vorsichtig mit ihm los. Ich bitte im richtigen Moment um leichte Stellung, bekomme zwei Schritte, Pferd steht, der Hals ist hart wie ein Brett…… ich warte, rede leise mit ihm, er lässt los, ich gehe zwei Schritte, ich gehe  noch zwei Schritte, er steht…….. ich warte…… ich gehe 6 Schritte …… nach 2 Minuten trabt der Tinker neben mir in Stellung für drei-vier Tritte an. Ich übergebe an den Besitzer, der das mit dem Trab nicht ganz hinbekommt, aber sofort nach dem ersten Stehenbleiben sagt: „Oh, der macht sich ja total fest!“ ….. Ja genau…… und am Freitag in der Theorie haben wir über den Sympathikusnerv gesprochen 😉. Nach zwei Minuten trabt das Pferd für zwei Tritte auch mit dem Besitzer.

Die Moral von der Geschichte sind eigentlich  zwei: 

1.: Was Pferd 1 braucht ist für Pferd 2 völlig kontraproduktiv. Es gibt keinen Weg ohne Serpentinen, ohne “um die Ecke denken“ und ohne  „points of return“……Pferde  haben eben IMMER einen Grund für Widersetzlichkeit!  

2.. Warum machen sie das hier und zu Hause nicht? Weil man es sich zu Hause meist gemütlich einrichtet hat.😉 Man trainiert eingeschliffene gemeinsame Bewegungsmuster, und hat sich gegenseitig in einer gewissen Bequemlichkeit und Zufriedenheit eingerichtet. Gymnastisch nicht schädlich, aber auch nicht wirklich förderlich. Das Pferd versucht die Aufgabe  so energiesparend wie möglich und ohne große Veränderung der eigenen Bewegungsmuster zu lösen, der Besitzer geht mit, ist weich und stört nicht. Ich betone ausdrücklich: Das ist TOLL! Als Übungsphasen des Lernens und Verfestigens absolut notwendig. Aber auf Dauer wird es beide nicht weiterbringen.  Dann kommt man zum Kurs und plötzlich ist Schluss mit der Bequemlichkeit. 😉 Probleme werden deutlich und man schält sie nach und nach ab, wie die Häute einer Zwiebel. Beide Pferde wurden aus schlechter Haltung bzw. gruseligem Schulpferdebetrieb heraus gekauft. Das Bewusstsein, dass da schlechte Erfahrungen en Masse drinstecken ist also absolut da. Es fehlt nur ein wenig Erfahrung. Beide sind schon ganz weit gekommen und das ist eine tolle Leistung, vor der ich meinen Hut ziehe. Und trotzdem ist es meine Aufgabe, ihnen nun klar zu machen, dass man sich darauf nicht ausruhen kann. Das ist eine Herausforderung für mich als Trainer und ich freu mich total über die Bemerkung: „Könnte sein, dass du recht hast, ich will das nicht ausschließen.“ Joaaaa….. könnte sein…. denke ich und ertappe mich bei dem Gedanken, dass es bei mir selbst ab und an ganz genauso aussieht. ;-)


Gedanken vom 03.11.2019 zum Thema „Was ist daran leicht?" oder "Vielleicht verpasste Möglichkeiten“.

Auf einer anderen Plattform ging es vor Kurzem um eine Diskussion, die immer mal wieder auftaucht und das auch kontrovers. Das Leichttraben.

Wer es nur zum Lösen und Aufwärmen versteht, verpasst nach meiner Meinung seine Möglichkeiten.Für mich persönlich ist das Leichttraben existentiell, denn mit zwei schweren Bandscheibenvorfällen bin ich gerade erst wieder dabei, mich langsam ans Aussitzen heran zu tasten. In den zwei Jahren, die ich jetzt ausschließlich leichttraben kann, haben ich gelernt, wie wertvoll das Leichttraben sein kann und wieviel man damit eigentlich bewegen kann. Die meisten Reiter verstehen darunter lediglich "Aufstehen-Hinsetzen" und gelernt haben wir nur, "dass wir damit den Rücken entlasten" Aber es ist so viel mehr. Ich kann alle Bahnfiguren, Biegungen, SG auch im Leichttraben reiten.

Jeder weiß, wie sehr das Pferd auf Gleichgewichtsänderung reagiert. Das mache ich mir auch beim Leittraben zunutze. Ich kann ganz wenig leichttraben, mehr aus- als einatmend in einem ganz ruhigen Rhythmus mich einfach nur etwas hochschwingen lassen. Das ist lösend und entspannend für beide. Ich kann aber auch über meinen eigenen Schwerpunkt den Schwung beeinflussen. Den nach vorn oder auch verhaltend und vor Allem auch die Biegung an den äußeren Zügel. Ich kann den Rücken hochholen indem ich ihn gedanklich beim Aufstehen "ansauge" und ich kann mein Pferd auch im Leichttraben leicht versammeln. Je nachdem, ob ich selbst (vom Lot aus gesehen) schwungtechnisch mehr nach vorn, in die Mitte oder nach unten aufstehe bzw. einsitze. Ich kann über das vermehrte Umsitzen einzelne Hinterbeine und die Rumpfträger be- oder entlasten und so bewusst kräftigen oder lösen.

Das ist dann durchaus Arbeit, die den meisten Pferden dazu verhilft, sich wirklich locker durch den ganzen Körper zu bewegen. Sicherlich ist einiges im Aussitzen effektiver, wenn man es schafft, den Rücken zu begleiten und nicht zu stören. Aber das Leichttraben auszuschließen oder als zum Arbeiten als nicht tauglich zu betrachten, wird ihm mM. nach nicht gerecht.


 

Gedanken vom 28.10.2019 zum Thema "Rattenfänger haben nur Flötentöne!"

Was fangen wir nun an mit dem Ergebnis der Wahl in Thüringen (Sachsen, Sachsen-Anhalt, Brandenburg)? Es ist erschreckend, ohne Frage. Gerade da, wo die extremste Ausprägung der AfD vorherrscht, ist das Ergebnis, wie es ist. 

Das kann nun auch niemand mehr mit den „Abgehängten“ erklären. Für mich ist das Angst in Verbindung mit Bequemlichkeit. Alles was im Moment an politischer Veränderung so abgeht kann Angst machen und es wird unbequem. Verliere ich das, was ich (vielleicht schon zum zweiten Mal) aufgebaut habe? Will man mir immer nur ans Geld? Muss ich raus aus meiner Komfortzone? Das will man natürlich nicht. Dazu kommt das ständige Kreisen der Altparteien um sich selbst und um Probleme, die an den Menschen völlig vorbeigehen.  Meine Heimatstadt ist das beste Beispiel. Was hier an Schwachsinn abgeht lässt Berliner Bürger aus dem Kopfschütteln nicht mehr rauskommen. Teilweise möchte man hier die Gesellschaftsordnung in die andere Richtung verändern.  Da hat „Die Linke“ in Thüringen noch mal Glück gehabt, dass Herr Ramelow ein eher pragmatischer Vertreter seiner Partei ist.

Die Wahlergebnisse erschrecken und sie gefallen mir nicht. Aber ich denke auch, wir dürfen jetzt nicht die gleichen Fehler machen, die wir bei AfD und Co kritisieren: Nämlich ausgrenzen und wegschicken. Wir müssen reden Deutschland! Das wurde schon seit den Pegida-Zeiten in Dresden versäumt. Ob ein trotziges Kind, ein unkooperatives Pferd oder ein „Protestwähler“.  Mit Strafe und Schuldzuweisung erntet man nur mehr Protest! Schlau machen, argumentieren, Sachthemen hinterfragen, versuchen einen anderen Weg zu zeigen.

Eine andere Chance haben wir nicht.  Ich werde niemanden „entfreunden“, der bereit ist, mit mir zu diskutieren. Ich werde auch nicht knapp über 20% der Wähler als „braune Brut“ bezeichnen. Denn ich kenne mehrere und weiß, dass es ganz bestimmt nicht so ist.  Ich werde die Hoffnung auf die Vernunft nicht aufgeben. Denn ansonsten würde ich resignieren und ich wäre auch nichts weiter ein Populist. Reden schwingen und schimpfen ohne sinnvolle Taten folgen zu lassen. Das ist nicht meine Art. Meine Tat ist, sich auseinanderzusetzen. Jammern, wütend um sich schlagen und Wehklagen bringen uns nicht weiter.

Plan B muss her: Die  Menschen wieder in die andere Richtung mitnehmen!


Gedanken vom 21.10.2019 zum Thema „Stutenbissigkeit“ oder „Die Sache mit dem Wald….“

Immer wieder fällt mir auf, wieviel Zeit und Energie Menschen aufwenden, um Meinungen die von der eigenen abweichen oder Einstellungen, die nicht die eigene widerspiegeln, in Grund und Boden zu zerreden bzw. zu zerschreiben. Manchmal habe ich das Gefühl, dass die Toleranz und die innere Ruhe der Menschen auch geringer werden, je mehr die Bekanntheit zunimmt.

Zu viele haben sich einem System verschrieben, in welchem Metier auch immer und verteidigen dies bis aufs Blut. Ob eine andere Meinung nun korrekt, schwammig oder einfach auch mal überdenkenswert ist…….. sie wird abgelehnt.

Die Debattenkultur in unserem Land ist so gut wie nicht mehr existent. Im wahren Leben nicht und im Netz schon gar nicht. Ganz besonders aufgefallen ist mir das neulich, beim Schauen einer Fernsehdebatte vor den Wahlen in Österreich. Man kann zu den dortigen Parteien stehen wie man will, aber dort lässt man sich ausreden und kontert leise und höflich. Was passiert hier? Jeder regt sich auf über den US-amerikanischen Präsidenten. Aber ganz viele benehmen sich „trumpiger“ denn je.

Was unsere Branche betrifft, wird es immer schlimmer. Das mehrere Wege nach Rom führen könnten, solange sie pferdegerecht bleiben, ist oft in Vergessenheit geraten.  Marketing ist wichtig. Ganz zweifelsfrei. Nur wollen wir es so handhaben, wie in der Showbranche?

Jeder negative Beitrag ist auch Werbung? Manchmal drängt sich einem wirklich das Gefühl auf, dass es vorrangig nur ums Verkaufen geht und inzwischen weniger darum, dass Pferde und Menschen ein durchdachtes und gesundheitsförderndes Training bekommen. Dass mit diesen ganzen Streitereien normale Pferdebesitzer zusätzlich verunsichert und die Lager weiter gespalten werden, ist eine weitere fatale Folge solcher Gebaren. Dass denkende Menschen sich aber auch Gedanken machen, wie Personen mit Kritik und Einwürfen anderer umgehen, vor Allem dann, wenn sie selbst auch ganz gut austeilen können, wird offenbar wegen verletzter Eitelkeit und „überschäumendem Temperament“ 😉 vergessen.  Schade! Denn gerade in unserer Branche würde man mit einer respektvollen Debattenkultur viel erreichen können. Wissen vermitteln und Pferdeleben und Training besser machen. Auch das ist Marketing wie einige eindrucksvoll beweisen. Für mich die deutlich bessere Variante!


Gedanken zum Mittwoch 02.10.2019:  Was Gemüse und Weiterbildung gemeinsam haben.. oder  "Regional ist nachhaltig"

Eine liebe Kollegin und Freundin von mir hat heute in den „sozialen“ Medien 😉 einen Begriff aufgebracht: Nachhaltigkeit der Wissensvermittlung...... ein tolles Thema.

Leider ist das in unserem immer schneller werdenden Alltag mit der damit verbundenen Oberflächlichkeit schwierig zu vermitteln.

Nachhaltigkeit hat nämlich immer was mit Einstellung zu tun. Mit lebenslangem Lernen, mit der Bereitschaft, sich selbst als unfertig und wissensbedürftig zu reflektieren. Die Bereitschaft schwindet nach meiner Erfahrung immer häufiger. Man möchte lieber entertaint werden. Veranstaltungen, die eher eine Comedyshow sind, als effektive Weiterbildung, werden gern und gut gebucht. Ein sachlicher Workshop zum komplexen Thema Pferdeausbildung, in welchem Bereich auch immer, hat es aber zur Zeit schwer, die Mindestteilnehmerzahl zu erreichen.

Die Info kriegt man ja vermeintlich auch im Netz.  Das Angebot ist groß, und das ist auch gut so. Aber ich gebe zu bedenken, dass „Tapen für den Hausgebrauch“, „Wie physiotherapiere ich mein Pferd selbst“, " Hufbearbeitung leicht gemacht" oder auch „ Laser für Anfänger“ ( alles fiktive Titel!) 😉 Dinge sind, für die die entsprechenden Therapeuten 2 und mehr Jahre Ausbildung und weitere Jahre der praktischen Erfahrung benötigen, um gut zu werden. Das lernt man nicht eben mal an einem Wochenende. Leider ist es oft so, dass die Pferde dann im günstigsten Fall nicht profitieren. Den weniger günstigen  Fall wollen wir uns gar nicht erst ausmalen.

„Schuster bleib bei deinen Leisten“ ist immer noch wahr. Grundlagenwissen ist wichtig! In jedem Level des Reitsports. Es gibt auch ab und an einen cleveren Tipp bei FB und Co. Das will ich gar nicht bestreiten. Zumindest solange Idealisten im Sinne unserer Pferde weiter Zeit und Mumm haben, gegen die allgemeine Oberflächlichkeit anzuschreiben. 😉  In den entsprechenden Gruppen findet man nicht nur zu einem Thema 15 Meinungen von 13 verschiedenen Leuten, sondern manchmal auch haarsträubende Tipps, die man besser nicht anwenden sollte. Unreflektiert und praxisfern nachgemacht, macht man alles vielleicht eher schlimmer.

 Dabei geben  gerade Angebote  in  regionalen Veranstaltungen zu interessanten Themen  die Chance,  sich in kleinerem Rahnen zu trauen Nachfragen zu stellen, tiefere Erklärung zu bekommen, nah dran zu sein und das Ganze dann vielleicht auch noch im Nachgang wegen der geringeren Entfernung gemeinsam  ins Praktische zu überführen. So sieht Nachhaltigkeit aus. Sich schlau machen, eine Meinung bilden, nachfragen, nacharbeiten, unter Anleitung dranbleiben. Das alles geht „ums Eck“ besonders gut. Schaut einfach mal in eurer Region. Ihr werdet staunen, wo überall sich kompetente Leute verstecken, die "erreichbar" sind. Nicht nur territorial! 😉


Gedanken zum Montag 23.9.2019:  Das Ding mit der Komfortzone

Er ist schmal, der Grat zwischen noch nicht können, gar nicht können und  nicht wollen. Und der Unterschied ist manchmal so schwer zu erkennen.

Trotzdem müssen wir als Trainer unserer Pferde jeden Tag diese Entscheidung treffen. Sei es der Kasper, der es mit dem Anstand nicht so hat, der Jungspund, der sich mit dem Galopp schwer tut oder die Omi, die etwas steif und arthrotisch geworden ist. 

Zuerst sind wir es, die aus unserer Komfortzone müssen, denn es ist allemal bequemer, das Schwierige zu vermeiden. ;-) Klare Regeln und eine liebevolle Konsequenz sind aber für den Kasper wichtig. Und für den Menschen die Lebensversicherung. Den ungeliebten Galopp über clevere , aber natürlich auch anstrengende Übungen  weiter zu verbessern kostet Kraft und Engagement auf beiden Seiten. Und die arthrotische Omi wird vom Rumstehen nicht beweglicher, auch wenn einen am Anfang der Stunde  fast das schlechte Gewissen plagt, beim Anblick des Gangbildes.  Will man sein Pferd  pferdegerecht trainieren, muss man Komfortzonen erweitern. Das heißt nicht, dass man über Lahmheiten hinweg reitet oder longiert.  So etwas bedarf natürlich einer Abklärung. Aber die beste Prävention und Reha sind  immer noch gutes, durchdacht aufgebautes Training. Unsere Pferde haben uns nicht weniger lieb, wenn wir sie liebevoll und pferdegerecht fordern. Im Gegenteil. Das Stichwort dazu lautet:  Myokine

Die Ausschüttung von Myokinen erfolgt in der Muskulatur und den Faszien. Myokine sorgen für die Gesunderhaltung und Selbstheilung des Körpers und stärken das Immunsystem . Muskeln und Faszien interagieren so direkt mit dem Immunsystem. Die Myokinausschüttung erfolgt optimal in kurzen aber intensiven Anstrengungsphasen mit darauf folgenden aktiven Pausen. Regelmäßiges Training an oder auch mal über die Komfortzone ist also aktives Gesundheitsmanagement. In diesem Sinne. Auf in eine aktive Herbst- und Wintersaison. Eure Beate


Gedanken zum Mittwoch 14.8.2019:  Von unterschiedlichen Prioritäten oder „Alles hängt zusammen.“

„Pferde-Gerecht-Trainieren“…… dieser Passus im Namen meiner Website hat ja eine zweiseitige Bedeutung : „pferdegerecht trainieren….“ und „Pferde gerecht trainieren.…..“ .

„Wo ist der Unterschied?“ fragen sich vielleicht einige Jüngere, die das Pech hatten, nach der neuen Rechtschreibung Deutschunterricht zu haben. 😉 Aber Spaß beiseite: Wie dicht beides zusammenhängt habe ich letzte Woche wieder einmal erlebt.

Vor Allem, dass es eben genau nicht nur darauf ankommt: Auf das Trainieren.

Es gibt Reitanlagen, da passt für das Training vieles bis alles: Eine schöne Halle, ein toller Außenplatz, vielleicht noch ein Vielseitigkeitsterrain oder extreme Trail für die Abwechslung. Doch was, machen die Pferde die restlichen Stunden des Tages?  

Ist eine nicht sehr große Paddockbox in der heutigen Zeit noch pferdegerecht? Wie steht es um freien Auslauf, auch wenn man vielleicht in einer Weiterbildung zweimal am Tag trainiert? Müssen sich völlig fremde Pferde es einfach mal auf wenig Platz nebeneinander aushalten? Müssen unsere Pferde da einfach durch?

Ich sage: Nein, müssen sie nicht. Denn es gehört auch das zum Pferde-gerecht  Sein:  Die eigenen Ansprüche hinter die des Pferdes zurück zu stellen und wenn es nicht passt, den Anker zu werfen. Auch wenn es beschwerlich ist, man sich sicherlich  nicht beliebt macht und es Geld kostet.

Denn wenn das Pferd mental dicht macht, sind nicht nur Verletzungen vorprogrammiert, sondern man verliert neben noch mehr Geld, weil das Training nichts bringt, noch viel mehr: Die Freude seines Pferdes und die eigene Freude. Und dann wird jedes Training ungerecht!

In diesem Sinne: Überprüft, was ihr als normal empfindet. Denn eure Pferde haben Ansprüche, auch wenn manche das manchmal gar nicht mehr so eindrücklich zeigen, weil sie es kaum anders kennen.

Wichtig sind weniger die Halle und der Platzboden. Wichtig sind genug Heu, genug Platz, freie Bewegung und im Heimatstall eine funktionieren Herde mit Freunden. So würden sich schon ganz viele umgangstechnische und auch gesundheitliche Probleme fast wie von Zauberhand lösen.

Schaut euren Pferden in die Augen und fragt euch, ob es Freude ist, was ihr da seht. 

Wenn ihr nur die leisesten Zweifel habt, ändert was! Für euch ist  die Zeit mit eurem Pferd eine begrenzte  Zeitspanne in eurem Leben.

Für euer Pferd ist es sein GANZES Leben!  Eure Beate


 

06.08.2019, 23.03 Uhr: 

Heute hab ich Gedanken. Und zwar fröhliche, denn ich sitze gemütlich in Wedel bei Hamburg und habe soeben meine neue Homepage ganz alleine fertig gebaut. Hätte nicht gedacht dass ich das tatsächlich kann. Sicher wird es im Laufe der Zeit noch das eine oder andere facelifting geben. Aber erst einmal ist alles  so, wie ich es mir vorgestellt habe. Erfahrungslernen: Check!


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